„Sitzen ist das neue Rauchen“, diesen Satz haben Sie in letzter Zeit vielleicht auch schon häufiger gehört. So ganz stimmt er natürlich nicht. Denn das Sitzen hat auch Vorteile für Ihre Gesundheit. Es ist nicht nur bequem, es entlastet auch die Beine und ganz besonders die Kniegelenke. Aber zu viel sitzen ist ungesund – und zwar nicht nur für den Rücken, sondern auch für das Herz-Kreislauf-System. 

Experten raten deshalb, mindestens einmal pro Stunde für ein paar Minuten aufzustehen. Die Voraussetzungen dafür, dass Sie und Ihre Kollegen das während eines vollen Arbeitstags nicht vergessen, können Sie verhältnismäßig leicht mit Ihrer Einrichtungsplanung schaffen. Oft genügen schon ein paar einfache Maßnahmen.
 

Für Bewegung sorgen

Sich selbst und Ihre Kollegen zu mehr Bewegung motivieren können Sie beispielsweise, indem Sie Schränke und Regale so stellen, dass Sie aufstehen müssen, um einen Ordner oder andere Unterlagen zu holen. Dank WLAN und anderer Netzwerke müssen auch Drucker nicht in direkter Griffweite des Arbeitsplatzes stehen. Anreize für ein bisschen Bewegung können Sie zudem setzen, indem Sie kleine Kommunikations­inseln für das kurze Gespräch mit den Kollegen einplanen. Sie sollten sich nicht direkt am Arbeitsplatz eingerichtet werden, aber auch nicht so weit entfernt liegen, dass der Weg dorthin zu aufwendig wirkt. 

Und selbst direkt am Arbeitsplatz können Sie für Bewegung sorgen. Zum Beispiel, indem Sie darauf achten, dass Ihre Bürostühle das sogenannte „dynamische Sitzen“ unter­stützen. Wenn Sie sich zurücklehnen, bewegen sich die Rückenlehne und die Sitzfläche dann mit Ihrem Körper mit. Noch besser sind Stühle, die auch seitwärts gerichtete Bewegungen unterstützen. Vielleicht können Ihre zurzeit genutzten Drehstühle das ja schon. Falls Sie bisher nicht das Gefühl hatten, dass das der Fall ist, sollten Sie nachsehen, ob Ihre Stühle einen Hebel oder Tasten besitzen, mit denen Sie die beschriebenen Effekte auslösen können. Wenn Sie auf Ihrem Stuhl sitzen, werden Sie die Taste oder den Hebel auf der linken Seite der Sitzfläche finden. Gut für die Durch­blutung des gesamten Körpers und übrigens auch für die Verbrennung von Kalorien ist das gelegentliche Arbeiten im Stehen. Dafür gibt es Sitz-/Steh-Schreibtische, deren Arbeitsplatten per Motor, Kurbel oder unterstützt durch eine Gasdruckfeder jeweils zwischen einer Höhe für das Arbeiten im Sitzen und dem Arbeiten im Stehen verstellt werden können. 
 

3D-Sitzen
Drehstühle sollten die natürlichen Bewegungen des Körpers unterstützen. Bild: Wilkhahn
ergonomische Einstellung des Arbeitsplatzes
Bei einem perfekt eingestellten Arbeitsplatz bilden Ober- und Unterarm sowie Ober- und Unterschenkel jeweils einen rechten Winkel. Bild: IBA
Palmberg Konferenztisch elektromotorisch
Auch Besprechungsräume können mit höhenverstellbaren Tischen ausgesattet werden. Bild: Palmberg

Tisch und Stuhl richtig einstellen

Gutes für Ihre Gesundheit können Sie auch tun, wenn Sie auf eine genaue Einstellung von Schreibtisch und Drehstuhl achten. Falls Sie einen höhenverstellbaren Tisch haben, beginnen Sie am besten mit dem Drehstuhl:

  • Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass beide Füße entspannt auf dem Boden stehen und Oberkörper und Oberschenkel einen rechten Winkel bilden. 
  • Hat Ihr Stuhl über eine höhenverstellbare Rückenlehne oder eine verstellbare Unterstützung des Lumbalbereichs (Krümmung der Wirbelsäule im unteren Rückenbereich), sollten Sie sie so einstellen, dass sie eine leicht stützende Wirkung verspüren. 
  • Als Nächstes können Sie die Höhe der Armlehnen einstellen. Wenn Sie die Schultern entspannen und der Unterarm beim Aufliegen auf der Armlehne annähernd einen rechten Winkel zum Oberarm bildet, ist die Höhe der Armstütze perfekt eingestellt. 
  • Abschließend können Sie die Höhe des Schreibtisches anpassen. 

Besitzt Ihr Tisch keine Möglichkeit zur Höhenanpassung, richten Sie sich bei der Einstellung der Sitzhöhe Ihres Drehstuhls nach der Höhe des Tisches. Sollten Ihre Beine anschließend den Boden nicht mehr bequem erreichen, sollten Sie eine Fußstütze nutzen.

Hinweis

Zu einem gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz gehören neben einer guten Planung und den passenden Möbeln auch eine gute Beleuchtung und eine gute Akustik. Tipps hierfür erhalten Sie von unseren Fachhandelspartnern

Titelbild dieses Beitrags: Palmberg

Für Sie ausgewählt: Beiträge der IBA-Mitglieder

Alle anzeigen