Sie kennen das sicher. Sie sitzen am Schreibtisch und versuchen sich zu konzentrieren – und schon klingelt irgendwo ein Telefon. Oder zwei Kollegen unterhalten sich in der Nähe ausgiebig über ein gemeinsames Projekt. Das war es dann mit der Konzentration.

Lärm lässt sich nicht ausblenden. Unsere Ohren sind immer auf Empfang

Deshalb sollten Sie bereits bei der Planung und Einrichtung Ihrer Büroräume an die Raumakustik denken. Dabei gehen Sie am besten in drei Schritten vor. 

Schritt 1: die Flächenaufteilung
Als Erstes sollten Sie überlegen, wer später wo sitzen soll. Dafür gibt es zwei einfache Grundregeln. 1. Personen, die eng zusammenarbeiten, sollten in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander sitzen. 2. Tätigkeiten, für die Konzentration erforderlich, und solche, für die die ständige sprachliche Verständigung mit anderen notwendig ist, sollten Sie räumlich trennen. Wenn Sie Kollegen haben, für die beides wichtig ist, sollten Sie ihnen die Möglichkeit geben, je nach Anforderung den Arbeitsbereich zu wechseln. Innerhalb größerer Raumeinheiten können dafür beispielsweise Kommunikationsinseln oder Telefonkabinen eingebaut werden.

Schritt 2: Lärmreduzierung
Eine wichtige Kenngröße für die akustische Planung ist die Nachhallzeit. Das ist vereinfacht gesagt die Zeit, die Schall benötigt, um unhörbar zu werden. Ist sie zu lang, entstehen in einem Raum unangenehme Halleffekte, ist sie zu kurz, hat man ein unangenehm dumpfes Gefühl in den Ohren. Aber was kann man tun, um eine schlechte Akustik zu verbessern? Ist die Nachhallzeit zu lang und der Geräuschpegel zu hoch, können Sie dem entgegenwirken, indem Sie Raum- oder Möbeloberflächen mit schallabsorbierenden Materialien ausstatten. Dafür eignen sich beispielsweise abgehängte Akustikdecken. Auch Schränke oder Stellwände können mit schallabsorbierenden Oberflächen belegt werden. Eine weitere Möglichkeit, um die Nachhallzeit zu verkürzen, sind farbige oder bedruckte Wandpaneele. In unserem IBA OfficePlaner finden Sie diese unter „Stellwände und Akustik­elemente“. Wie viele von diesen Oberflächen Sie benötigen, um eine gute Raumakustik zu erzielen, können unsere Fachhandelspartner für Sie berechnen. Sie erklären Ihnen auch, wie Sie am besten den dritten Schritt der raumakustischen Planung umsetzen.

Besprechungsinsel mit seitlicher Schrimung
Kommunikationszonen sollten gut von anderen Arbeitsbereichen abgeschirmt werden. Bild: Kinnarps
Raumgliederungselemente
Große Räume können durch Stellwände oder durch Schränke zwischen den Arbeitsplätzen zoniert werden. Bild: König + Neurath
Raum mit mehrseitig umschließenden Stellwänden, Preform Formfac
Besonders wirksam sind Schallschirme, wenn sie die Arbeitsplätze von mehreren Seiten umschließen: Bild: Preform

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Schritt 3: Schall abschirmen
Nachdem die Nachhallzeit optimiert wurde, können Sie sich der Sprachverständlichkeit widmen. Vor allem in größeren Büroeinheiten klagen die Beschäftigten häufig über ablenkende Gespräche anderer, das Klingeln fremder Telefone oder andere Störungen ihrer Konzentration. Aus diesem Grund war es auch so wichtig, schon im ersten Planungsschritt zu überlegen, wer wo sitzen soll, und die Kommunikationszonen von den Konzentrationsbereichen zu trennen. Das lässt viele potenzielle Störungen erst gar nicht aufkommen. Wenn mehrere Arbeitsplätze in einem Raum untergebracht sind, sollten Sie zusätzlich den Einsatz von Schallschirmen erwägen. Raumgliederungselemente oder Schränke zwischen den Arbeitsplätzen können die Ausbreitung des Schalls wirkungsvoll begrenzen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Schallschirme möglichst hoch und breit sind und außerdem nahe an den Schallquellen stehen. Besonders wirksam sind Stellwände, wenn sie die Arbeitsplätze auch seitlich umschließen.

Mit diesen Maßnahmen sollte es gut gelingen, Sie selbst, Ihre Kollegen und Mitarbeiter vor allzu vielen lästigen Unterbrechungen zu bewahren. 

Titelbild dieses Beitrags: König + Neurath

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